Europa und Österreich

Judo in Europa und Österreich

Die Entwicklung des JUDO in Europa wurde in den Anfängen maßgeblich von zwei Judo-Zentren beeinflusst. Es waren dies der von G.KOIZUMI in LONDON geleitete BUDOKEWAI und die Schule von M. KAWAISHI in PARIS. Große Bedeutung für die Popularisierung des JUDO in Europa hatten auch die sportlichen Erfolge des Holländers Anton GEESINK, dessen Judo-Basismethode 1972 vom ÖJV übernommen wurde. In Österreich war Judo bereits um die Jahrhundertwende bekannt. Allerdings wurde es damals noch Ju-Jitsu genannt und war eher einen Mischung zwischen Ringen, Boxen und einigen Verteidigungstechniken. Der erste namentlich feststellbare Vertreter in Österreich war der Ringer Hans KÖCK. Im Jahre 1900 führte er Ju-Jitsu bzw. Jiu-do beim Wiener Athletik Club ein, welches er von den Kodokan-Jüngern Yukio TANI und Sadukasu UEYNISHI aus England lernte. Der erste Weltkrieg unterbrach jedoch die vielversprechende Arbeit dieser ersten Pioniere.

In den 20er Jahren gründete Frans SAGER die erste selbstständige Ju-Jitsu Schule in Österreich. Infolge wurde 1928 durch seine Schüler Ottokar KLIMEK und Edmund GABRIEL der 1. Österreichische Jiu-Jitsu Klub gegründet. Diese Schule wurde 1933 auch von Jigoro KANO und seinen beiden Assistenten M. TAKASAKI und Sumiyuki KOTANI besucht. Ing. Ottokar KLIMEK wurde auf Grund seines Könnens auf Anhieb der 2. Dan verliehen und war somit der erste Österreichische Dan-Träger. Mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurde der sportliche Betrieb immer schwieriger und brach kurz vor Kriegsende gänzlich zusammen. Nach dem Krieg waren die meisten Sportstätten zerstört und Österreich war in Besatzungszonen aufgeteilt. Der Schießsport, Judo und der Flugsport zählten zur „Wiederaufrüstungsgefahr“ und waren bis 1945 gänzlich Verboten. 1945 wurde der Österreichische Amateur Kraftsport Verband gegründet diese Organisation bildet bis zur Gründung des Österreichischen Amateur Judo Verbandes im Jahre 1947 die Heimstätte für Judoka.

In dieser Zeit war der Trainingsablauf sehr schwierig, aus einer Schilderung von Hrn Edmund GABRIEL geht hervor: Judogi mussten damals in Eigenproduktion gefertigt werden. Sie bestanden aus Mehl- bzw. Zuckersäcken der Besatzungskräften. Als Matten benutzte man Matratzen bzw. borgte man sich Matten von adäquaten Sportarten, wie Ringen aus. Das Dojo war meist in einen kalten, nassen Kellergewölbe ohne elektrischen Licht bzw. Heizung. Deshalb trug man unter dem Judogi einen Trainingsanzug und warme Socken.

Die erste offizielle Tätigkeit des Österreichischen Amateur Judo Verband war der Beschluss zum Beitritt in die Europäische Judo Union im Jahre 1948. 1955 wurde aus dem Österreichischen Amateur Judo Verband der Österreichische Judo Verband. Von diesem Zeitpunkt an wuchs der Verband mit den Jahren. Nach und Nach wurden dann auch die Landesverbände gegründet und kamen wie folgt zum Fachverband dazu:

  • 1955 – Oberösterreich
  • 1957 – Steiermark
  • 1958 – Wien/Niederösterreich/Burgenland
  • 1959 – Salzburg
  • 1967 – Vorarlberg
  • 1968 – Tirol
  • 1969 – Kärnten
  • 1970 – Niederösterreich
  • 1977- Burgenland

Seit 1947 werden Staatsmeisterschaften für Männer und seit 1973 Staatsmeisterschaften für Frauen in Österreich ausgetragen. Neben den vielen Medaillen bei Europa- bzw. Weltmeisterschaften sind wohl die Olympiasiege durch Peter Seisenbacher 1984 und 1988 die größten Erfolge des ÖJV.